Rückblick: Auf Direktiven der damaligen Chefin der Landeskliniken-Holding, Andrea Kdolsky, wurde 2006 der Bodymaß-Index von MitarbeiterInnen abgefragt.
Vor Kurzem baten Landesbedienstete des Landesklinikums St. Pölten den grünen Arbeiterkammerrat Samir Kesetovic um Hilfe: Jene MitarbeiterInnen, die vor der Pragmatisierung stehen, sollen einen Gesundheitsfragebogen (ein Beiblatt des Beurteilungsbogens) ausfüllen. “Dieses Beiblatt fragt allerdings sehr sensible, persönliche Gesundheitsdaten ab - so zum Beispiel auch wieder Körpergröße und Gewicht”, so Kesetovic, der die Wiedereinführung des Bodymaß-Indexes als Mitarbeiter-Kriterium durch die Hintertür fürchtete.
Die Unsicherheit der MitarbeiterInnen rief sodann die Gesundheitssprecherin der Grünen Niederösterreich, Helga Krismer, auf den Plan:
“Die Abfrage von sensiblen Daten wie Body-Mass-Index konnten die Grünen damals unterbinden. Das Versprechen der ÖVP - die Qualität der MitarbeiterInnen auf das Körpergewicht zu reduzieren - zu unterlassen, wurde gebrochen”, ist Krismers nüchterner Befund.
Nicht nur, dass sich LH-Stv. Sobotka lächerlich macht, wenn er jetzt von einem Irrtum bei der Erstellung der Fragebögen spricht, der Personalchef des Landes Niederösterreichs, Landeshauptmann Erwin Pröll, muss auch in die Pflicht gerufen werden.
“Seit geraumer Zeit herrscht bei den MitarbeiterInnen in den Spitälern Unsicherheit. Das “Ausfratscheln” über den Gesundheitszustand zur Übernahme als definitiv gestellte LandesmitarbeiterInnen ist jetzt der Höhepunkt der Frechheit”, so Krismer, die nun mittels parlamentarischer Anfrage von Landeshauptmannstellvertreter Sobotka wissen möchte, wer die politische Verantwortung übernimmt und wie es mit den Fragebögen weitergeht, wie viele schon abgegeben worden sind und warum diese Daten überhaupt erforderlich sind.
“Ich möchte keine Skandale wie bei der ÖBB im Land Niederösterreich. Wir brauchen motivierte, respektierte MitarbeiterInnen in unseren Spitälern. Das muss der personalpolitische Schwerpunkt sein und kein “Ausfratscheln”", so Krismer, die den sofortigen Stopp dieser unnötigen Aktion der ÖVP-Regierungsmitglieder fordert und zum Boykott aufruft.