Unser Programm zur AK-Wahl 09
Mit Klimaschutz aus der Krise!
Beschäftigungsoffensive, jetzt!
Die Hiobsbotschaften vom Arbeitsmarkt reißen nicht ab: täglich wird von der steigende Anzahl arbeitsloser oder in Kurzarbeit befindlicher Menschen berichtet. Selbst in Zeiten angeblicher Hochkonjunktur verharrt die Arbeitslosenzahl auf hohem Niveau, verschämt kaschiert durch das Herausrechnen von in Bildungsprogrammen stehender ArbeitnehmerInnen.
Neben der ökonomischen Krise werden die Zeichen einer massiven ökologischen Krise immer deutlicher. Die Notwendigkeit, aktiv gegen die vom Menschen verursachte Klimaänderung anzugehen wird von seriösen Beobachtern nicht mehr geleugnet.
Es wird Zeit, neue Wege in der Wirtschaftspolitik zu gehen. Mit der gezielten Förderung von heimischer, alternativ produzierter Energie, thermischer Gebäudesanierung, und umwelttechnologischer Verfahren lassen sich gut und gerne 100.000 neue Arbeitsplätze schaffen.
Die Grünen GewerkschafterInnen Niederösterreich fordern daher:
· Massiver Ausbau alternativer Energiequellen (Windkraft, Kleinwasserkraft, Solar,…)
· Rascher Ausstieg aus dem fossilen Energiezeitalter – Pellets statt Putin
· Gezielte Förderung von Unternehmen aus dem Bereich Umwelttechnik
· Ausbildungs- und Forschungsoffensive im Bereich Umwelttechnologien
Wohlstand fair teilen.
Existenz sichern. Jetzt!
Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt. Trotzdem geht die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr auf. Während die ganz Reichen ihr Vermögen Steuer schonend stetig vermehren, sind über 1 Mio. Menschen in Österreich armutsgefährdet. Rund die Hälfte davon lebt in verfestigter Armut. Unzureichende soziale Sicherungssysteme, prekäre Arbeitsverhältnisse und (unfreiwillige) Teilzeitbeschäftigung zeichnen dafür verantwortlich. Selbst Vollerwerbstätigkeit schützt vor Armut nicht. Weit über 200.000 Vollzeitbeschäftigte sind durch ihr geringes Einkommen nicht in der Lage, ihre Existenz zu sichern.
Die Zeit ist unserer Meinung nach Reif für eine bedarfsorientierte Grundsicherung, die sicherstellt, dass alle Menschen in unserem Land ihr Leben ohne Existenzängste organisieren können. Ein (überfälliges) Mindestlohngesetz soll gewährleisten, dass der nötige Anreiz zur Arbeit gegeben ist und aus Erwerbsarbeit auch ein Existenz sicherndes Einkommen erworben wird. Gleichzeitig gilt es, gerade in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit, das Arbeitslosengeld zu erhöhen. Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit dürfen nicht zur Armutsfalle für die betroffenen und deren Familien werden.
Die Grünen GewerkschafterInnen Niederösterreich fordern daher:
- Anheben der vermögensbezogenen Steuern auf den Durchschnitt der EU-15
- Einführung einer bedarfsorientierten Grundsicherung von mind. € 800,– pro Monat
- Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von € 1.300,– (brutto/Vollzeit)
- Anhebung des Arbeitslosengeldes auf mind. 70 % der Bemessungsgrundlage
- Einführung der 35 Stunden Woche für Vollzeitbeschäftigte
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
Frauenförderung, jetzt!
Nach wie vor sind Frauen am Arbeitsmarkt massiv benachteiligt. Immer noch werden Frauen im Durchschnitt schlechter bezahlt als Männer – und das bei gleicher oder auch besserer Qualifikation. Die Situation hat sich in den letzten Jahren sogar verschlechtert.
Während der Anteil der Frauen in Spitzenpositionen nach wie vor beschämend gering ist, steigt die Anzahl jener, die unfreiwillig in atypischen Beschäftigungsverhältnissen arbeiten müssen. Jobs, von denen sie sich oft genug nicht mehr ernähren können.
Arbeitszeitgerechtes Kinderbetreuungsangebot ist nach wie vor Mangelware in Niederöstereich. Vielfach sind es Frauen, die deswegen gezwungen sind, Teilzeit zu arbeiten und erhebliche Verluste bei Einkommen und späterer Pension hinnehmen müssen.
Die Grünen GewerkschafterInnen Niederösterreich fordern daher:
- Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
- Koppelung von Wirtschaftsförderung an innerbetriebliche Frauenförderprogramme
- An die Arbeitszeiten angepasste Kinderbetreuungseinrichtungen
- Flächendeckende und kostenlose Kinderbetreuung auch am Nachmittag
Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen!
Lehrstellen- und Bildungsoffensive, jetzt!
Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in Österreich ist alarmierend. Allein in Niederösterreich sind bereits mehr als 9.000 Junge zwischen 15 und 24 Jahren ohne Lehrstelle oder Job. War die stetig steigende Jugendarbeitslosigkeit schon in Zeiten der Hochkonjunktur – Stichwort Lehrstellenmisere – ein, leider zu wenig ernst genommenes, Problem, verschärft es sich während der momentanen Wirtschaftskrise noch einmal erheblich. Oftmals sind es junge ArbeitnehmerInnen, die als erste den Arbeitsplatz verlieren.
Bereits in jungen Jahren erfahren zu müssen, keine oder kaum eine Chance am Arbeitsmarkt zu haben – oder schon nicht mehr gebraucht zu werden – stellt ein prägendes und vor allem frustrierendes Gefühl dar. Ein schlechter oder gar nicht gelungener Start ins Berufsleben stellt schon frühzeitig die Weichen ins abseits – wirtschaftlich und sozial!
Die Grünen GewerkschafterInnen Niederösterreich fordern daher:
- Verstärkte Lehrstellenförderung – Ausbau überbetrieblicher Lehrwerkstätten
- Lehrstellenoffensive im Bereich von Gemeinden, Land und Bund
- Verstärkte Förderung von Jugendlichen ohne Schulausbildung
- Gezielte Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose zwischen 19 und 24
PendlerInnen fördern!
Öffentlichen Verhkehr ausbauen, jetzt!
Von uns ArbeitnehmrerInnen wird immer größere Flexibilität verlangt. Nicht nur in arbeitszeitlicher Hinsicht, sondern auch in räumlicher. Viele müssen immer längere Anfahrtswege zur Arbeit in Kauf nehmen, Betriebsansiedlungsgebiete werden errichtet, die ohne eigenes Auto nicht erreichbar sind.
Gleichzeitig hat sich in den letzten Jahren eine Preisspirale in Gang gesetzt, die gerade PendlerInnen besonders hart trifft. Autofahren wird, bedingt durch stetig steigende Ölpreise, immer mehr zur Kostenfalle. Von den negativen gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen gar nicht zu sprechen. Parallel dazu wird das Angebot beim Öffentlichen Verkehr immer mehr ausgedünnt. Züge werden gekürzt oder ganz eingestellt, Nebenbahnen sowieso und auch das Busnetz konzentriert sich immer mehr auf ausschließlich profitable Strecken.
Die Grünen GewerkschafterInnen fordern daher:
- Ausbau statt Abbau bei Bahn und Bus
- Kein Einstellen von Nebenbahnen
- Mehr Park and Ride-Anlagen für PendlerInnen
- Günstigere Zeitkarten für Öffentliche Verkehrsmittel
- Einheitliche Tarifgestaltung bei den Verkehrsverbünden
- Einführung einer Mobilitäts-Card, die auf allen Öffis gilt